Warum Aliens existieren müssen – oder: Warum man manchmal glauben muss

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Ich glaube, dass hochentwickelte Aliens existieren. Ich glaube das nicht weil ich ein Spinner bin und nicht weil es statistisch überaus unwahrscheinlich ist, dass wir allein im Universum sind. Ich glaube es, weil ich es um meiner eigenen geistigen Gesundheit Willen glauben muss. Weil die Vorstellung, dass wir tatsächlich die Krone der Schöpfung sind etwas beängstigendes hat.


Wir, die Menschen, haben viele großartige Dinge erreicht, wir haben so viele Entdeckungen gemacht, so viele große Dinge getan. Einzelne von uns, Gruppen, Nationen und Völker. Jedes Individuum und die gesamte Menschheit ist ein Wunder, unglaublich komplexe Konstrukte im Angesicht der Entropie. Egal ob man gläubig ist oder nicht, eine gewisse religiöse Demut muss eigentlich jeden Menschen ergreifen der einmal darüber nachdenkt, unendlich viele Möglichkeiten und nur eine um hierher gekommen zu sein.
Nur ist das Hier und Heute andererseits auch wenig erstrebenswert. Ich will nicht sagen die Menschen hätten nichts gelernt, das wäre falsch und opportunistisch, aber wir haben zu wenig gelernt, das falsche gelernt, zu wenig überwunden, zu viel verdrängt. Es ist heute kaum etwas anders als in der menschlichen Frühzeit, (Volks)stämme die sich bekriegen, weil sich mehr auf die Unterschiede konzentriert wird als auf das gemeinsame Mensch sein. Jeder Mensch hat Angst, das ist natürlich, jeder Mensch hat Vorurteile, das ist zuerst einmal hilfreich, aber wenn Angst und Vorurteile so stark werden, dass man die Zügel des eignen Verstandes nicht mehr in Händen hält und sie wild fahren lässt, dann ist man kaum mehr als ein panisches Pferd, dass bei der kleinsten Kleinigkeit durchgeht.
Wir fühlen uns von Andersartigem bedroht, verständlich, was man nicht kennt könnte immerhin tödlich sein, eine gewisse Vorsicht ist da angeraten, deshalb sind Vorurteile nicht per se etwas schlechtes, aber Vorsicht ist nun mal etwas anderes als Panik und Hass. Immerhin könnte das Unbekannte das man fürchtet auch etwas wunderbares sein. Man muss es nicht blindlings umarmen und sich bedingungslos darauf einlassen, aber man sollte versuchen etwas kennen zu lernen. Mit Vorsicht, ja, aber doch mit offenem Geist.
Aktuell scheinen derlei Ideale vergessen, jeder wittert im einen oder anderen Ende der Welt einen Feind, den er sich hauptsächlich selbst baut oder von Vorrednern bauen lässt. Viele verzichten auf das Probieren und Kennenlernen, weil sie meinen alle Informationen bereits zu haben, weil wir in einer Informationsgesellschaft leben, weil wir doch alles erfahren können. Die einen berufen sich auf die Mainstream-Medien, die einem von allem berichten, ohne zu hinterfragen, dass die Informationen auch menschengemacht und damit eventuell interessengesteuert sind, während andere diesen Medien vorwerfen nur fernzusteuern ohne zu informieren, ohne zu hinterfragen, dass ihnen das auch von Menschen erzählt wird die eventuell ebenfalls ihre eigenen Interessen verfolgen.Wenn ich all’ die Schrecken betrachte, die mir momentan von der Menschheit entgegengeworfen werden, den Hass und die Angst, die Zerstörung anderer Menschen, der Menschlichkeit, die Missachtung unseres Planeten und Vernichtung von ökologischen Systemen, der gesamten Umwelt und des Klimas. Wenn ich diese ganze Flut von Blut, Schlacke und Gift, die mir mein Fernseher und Computer ins Gesicht strahlen, sobald ich sie einmal einschalte, dann muss ich einfach an Aliens glauben. Ich muss glauben, dass wir einfach nur eine von vielen Intelligenten Rassen im Universum sind und das wir einfach ein erbärmliches Beispiel sind, dass da draußen etwas ist, dass uns in den Schatten stellt, eine bessere Gesellschaft. Frei nach Richard Tirendi: Wenn wir wirklich die klügsten in diesem Universum sind, dann ist das hier bestimmt das falsche Universum.

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