Story: Harte Worte – oder: Die Asigkeit des Literaturpunks

Blut schmecken, Scherben essen, mittlerweile ziemlich billige Metaphern. Zu vielen Hardcoreschreiberlingen wurden durch Hunter S.Thompson, Brett Easton Ellis und Chuck Palahniuk Türen und Tore geöffnet. Nicht, dass ich etwas dagegen hätte, ich bin sogar sehr dafür, aber es gibt kaum noch gute Metaphern für mich, weil diese ganzen Literaturpunks das schon alles abgegrast haben. Dabei schmecke ich gerade wirklich Blut, es klebt mir am Rachen. Ich hatte noch nie in meinem Leben Nasenbluten, noch nie floss mir die rote Suppe aus den Nüstern, aber ich habe des öfteren blutverkrustete Popel und gerade fühlt es sich an als würde ein Teer aus Blut und Schnodder zäh und konzentriert von den Nebenhöhlen in meinen Mund und Hals hinunter fließen.
Ich trinke Whisky um den Geschmack weg zu bekommen und den Teer lösen und hinunterwürgen zu können. Doch es bringt nichts, verhaftet bleibt der Geschmack am Gaumen kleben und verdrängt alles, jedes Gefühl, selbst das beißen des phenoligen Alkohols auf Fassstärke. Nichts scheint noch etwas wert zu sein, nichts IST noch etwas wert, nur der Geschmack von Blut bleibt. Und das ist nicht mal eine Metapher, das ist die beschissene Wahrheit. Und das ist so traurig, es wäre eine gute Metapher, ist aber eine wirklich beschissene Wahrheit.