Spinnereien über die ich manchmal nachdenke #01

sprachliche spinnereien

Mal Hand auf’s Herz, hat jemand von euch schon einmal über folgende Dinge nachgedacht?

1. Bier könnte theoretisch ein Kompositum aus ‘bi’ und ‘er’ sein und wäre somit ein Begriff für einen männlichen bisexuellen.
2. Das Wort eingefleischt ist ein wunderbarer deutscher Ausdruck dafür, dass jemand die Inkarnation von etwas ist, könnte aber auch wunderbar auf jemanden angewandt werden, der sich zum Beispiel mit Mett eingerieben hat. Ähnlich verhält es sich bei bestuhlten Konzerten…
3. Das Verb heißt ‘stehlen’, aber das Nomen ‘Diebstahl’, dabei müsste es doch wohl ‘Stehlung’ heißen, sonst klingt das doch mehr wie das Metall eines Diebs. Was ist das überhaupt mit ‘Dieb’ und ‘stehlen’? Das Verb könnte doch auch ‘dieben’ sein…
4. Bei genderneutralen oder viel mehr genderneutralisierten Begriffen ist es in der Regel so, dass dem männlichen Begriff ein ‘(/)in(nen)’ angehängt wird um in weiblich zu machen, zum Beispiel: Glaser – Glaser’in’ → ‘Glaser/in(nen)’
4,5. Einem Begriff wird doch meistens einfach nur ein ‘er’ (zum Teil plus Bindepartikel und zum Teil minus Nominalendung) angehängt um daraus eine Berufsbezeichnung zu machen, zum Beispiel: Tischl’er’, Glas’er’, Schust’er’, Mal’er’, Dicht’er’ Wieso ersetzt man dieses ‘er’ nicht durch ‘sie’?
5. (Okay, das folgende ist ein gern genutztes Beispiel und deswegen vielleicht doch etwas bekannter:) eine Mädchenhandelsschule könnte ohne die korrekte Betonung genauso gut eine Schule für Mädchenhandel sein
6. ‘Merkwürdig’ ist ein Synonym für seltsam, wenn man es aber rein als Kompositum betrachtet, dann heißt es doch nur, dass etwas ‘würdig’ ist be- oder ge’merkt’ zu werden. Bei ‘fragwürdig’ ist es genauso, nur bei ‘denkwürdig’ ist die bekannte Bedeutung passend…

Ich denke über solche , ähnliche und noch viel mehr unnütze Sachen andauernd nach. Das macht mich weder klug, tiefgründig noch zu etwas besserem. Es macht mich nur zu einer Person wie mir, die über komische Sachen nachdenkt. Auch wenn das jetzt womöglich lustig zu lesen ist und euch leidlich gut unterhalten hat, bleibe ich trotzdem der, der ich bin: ein Mensch ohne Sinn und Ziel. Womöglich gar ein Loser… Aber das ist kein Selbstmitleid, einige meiner Helden sind Loser. Auch Loser können glücklich sein.

P.S.: Ja, ich weiß, meine Notierung hier ist nicht wissenschaftlich korrekt. Und sie ist vielleicht auch nicht perfekt, aber ich habe mich bemüht, sie möglichst verständlich hin zu kriegen.

Gedenktage #01: 21. Februar – Tag der Muttersprache

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Es gibt Gedenk- und Feiertage für so ziemlich alles auf diesem Planeten. Viele davon erscheinen dem Durchschnittsbürger jedoch als, gelinde gesagt, merkwürdige Auswüchse eigentümlicher Enthausiasten. Der Tag der Muttersprache ist wahrscheinlich einer davon.
Ein unnötiger Tag, den sich verkopfte Kulturfreaks, Gutmenschen und Akademiker ausgedacht haben um auf ein irrelevantes Problem aufmerksam zu machen. Was hat denn das mit unserem Alltag zu tun? Man spricht seine Muttersprache und gut ist, das kann doch gar nicht aussterben!
Aber weit gefehlt, Weiterlesen…